Adventskalender-Stress: Heute schon alle Türchen geöffnet?

Heute erinnert mich Facebook an einen Eintrag, den ich dort vor zwei Jahren gemacht habe. Da kam ich nämlich kaum hinterher, die vielen Adventskalender gewissenhaft abzuarbeiten, die irgendwie bei uns im Wohnzimmer und auf meinem Rechner gelandet waren. Insbesondere der viktorianische Online-Adventskalender mit seinen beschaulichen Mitmach-Szenen war ein echter Zeitfresser. Aber lest selbst…

Ich bin im Adventskalender-Stress. Ich habe einen Schokokalender von Christoph bekommen, zwei Schokkalender von Kunden, einen Weihnachtskartenkalender von einer Freundin und einen viktorianischen Online-Adventskalender (an sich ein lustiger Widerspruch) von meinen Eltern. Die ersten vier machen nur ein bisschen Stress, weil die Zahlen nicht chronologisch geordnet sind, sondern man jeden Morgen suchen muss, wo denn nun die verdammte heutige Zahl versteckt ist. Aber der Online-Adventskalender ist richtig anstrengend. Und meine Eltern haben sogar Geld dafür ausgegeben! Ich bekam schon Ende November eine Mail von Jacquie Lawson, die ich erst für Spam hielt, weil mir das wie so ein Spammer-Name klang. Darin war ein Link (schon mal verdächtig). Aber die Info (vertrauenserweckend), dass meine Eltern diesen Kalender für mich gekauft hätten. Ich müsse auf der Seite nur den Aktivierungscode eingeben, dann geht es los mit vielen tollen viktorianischen Szenen. Hmm, na gut. Ich gestehe, ich vergaß das alles wieder. Heute nun eine Mail meiner Mama, ob ich denn meinen Adventskalender schon geöffnet habe, es sei doch schon der 4.12. Mist, ertappt.  Also lange nach der Mail gesucht, den Link angeklickt. ich wurde aufgefordert, das Programm Adobe Air zu installieren, wovon mir mein Mann strikt abrät, weil er das Programm auf seinem Firmenrechner hat und der deswegen ständig abstürzt. Zum Glück fand ich einen Button mit einer Web-Version. Da gibt es nun jeden Tag einen Mann, der auf einem Hochrad durch meinen Bildschirm radelt und den Hut zieht, während die Seite lädt. Heute am 4.12. gab es ein Spiel, für das man erstmal instructions lesen musste und z. B. dann Christbaumkugeln abschießen und Punkte dabei sammeln kann. Ich habe nach Level 2 abgebrochen, dann aber pflichtschuldigst noch die drei vergangenen Tage abgearbeitet. Zwischendurch immer wieder der Mann auf dem Hochrad, der den Hut zog, während die Seite lud. Tag 1 und 2 waren zum Glück nur kleine animierte Szenen in naiver Malerei. An Tag 3 sollte ich ein Kirchenfenster designen, lauter bunte Bleiglaspuzzleteile per drag and drop in ein Blankofenster einfügen. Als ich „done“ klickte, gingen „flapp“ gleich noch zwei Fensterflügel auf. Also am liebsten hätte ich einen ganz normalen analogen Adventskalender mit einem kleinen Happen Schokolade drin, alle Tage schön der Reihe nach, ohne großen Aufwand zu bedienen. Eine ganz kleine liebe Freude am morgen, ohne Zahlensucherei, Downloads, Aktivierungscodes und digitale Kreativität.  Vielleicht ja nächstes Jahr.

advent-calendar-1865325_960_720Nachträglich muss ich ergänzen, dass mir der viktorianische Online-Adventskalender nach einer Weile dann doch viel Freude bereitet hat. Es gab da nämlich ein Spiel, bei dem man verschiedenfarbige Christbaumkugeln abschießen musste. Das gute alte Prinzip der Moorhuhnjagd, mit ebendemselben Suchtpotenzial. Natürlich ein furchtbarer Zeitfresser. Aber ein spaßiger.

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