So langsam wechsele ich in den Weihnachtsmodus und lasse einmal mein (berufliches) Jahr 2024 Revue passieren. In 2024 erschien die letzte Ausgabe der von mir betreuten Verbandszeitschrift „Chirurgen Magazin + BAO Depesche“. Glücklicherweise taten sich gleich viele Möglichkeiten auf, mit denen ich die Lücke schließen konnte. Ein kleiner Rückblick auf ausgewählte Projekte in diesem Jahr.
Im Januar verschlug es mich nach Mönchen-Gladbach, wo ich einem Prozesstag vor dem Landgericht beiwohnte. Es ging um die Umstände des Todes einer Schülerin mit Typ-1-Diabetes 2019 bei einer Klassenfahrt nach London. Zwei begleitende Lehrerinnen wurden wegen fahrlässiger Tötung durch Unterlassung verurteilt, weil sie sich nicht rechtzeitig um die 13-Jährige gekümmert hatten. Ich hatte den Fall über mehrere Jahre verfolgt, immer wieder mal über den Zwischenstand berichtet und meine Recherchen auch auf meinem Blog reflektiert (insbesondere hier und hier). Insofern war ich sehr froh, dass ich dabei sein konnte, als er letztlich zum Abschluss kam – und auch darüber, dass die MedTriX-Redaktion mir viel (bezahlte) Zeit für die doch sehr aufwändige Recherche gewährte. Der Bericht erschien in Ausgabe 3.2024 der Diabetes Zeitung (Seite 6) und in Ausgabe 5.2024 der Medical Tribune (Seite 44).
Im Februar durfte ich das erstmals von der Aesculap Akademie organisierte Forum Hygiene redaktionell begleiten. Es ging um Infektionsketten, Hygiene als Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Krankenhäusern – und die Frage, ob Einmalhandschuhe wirklich immer zu besserer Hygiene beitragen (Spoiler: nein, das tun sie nicht…).
Anfang 2024 erschien auch eine Porträtreihe, die ich im Auftrag des Elmshorner Stadtmarketings geschrieben hatte. Im Zuge der Kampagne „Elmshorn Supernormal“ ging es darum, Menschen aus Elmshorn vorzustellen, die sich besonders plietsch, engagiert oder fit für die Gemeinschaft einsetzen. Als Lokalbloggerin und begeisterte Porträtschreiberin war das ein kleines Highlight für mich – und eine tolle Abwechslung zu den Themen aus Medizin und Gesundheit, mit denen ich mich normalerweise beruflich beschäftige.
Ende April erschien die letzte Ausgabe der Verbandszeitschrift „Chirurgen Magazin + BAO Depesche“, die ich als verantwortliche Redakteurin betreuen durfte. Die beiden herausgebenden Verbände, der Berufsverband Niedergelassener Chirurgen (BNC) und der Bundesverband Ambulantes Operieren (BAO), hatten angesichts rückläufiger Mitgliederzahlen und steigender Produktionskosten beschlossen, künftig auf ihr vierteljährliche Printmagazin zu verzichten und sich in erster Linie auf die digitale Mitgliederkommunikation zu konzentrieren. Nach insgesamt beinahe 25 Jahren, in denen ich eng mit allen BNC-und BAO-Vorständen zusammengearbeitet, die Aktivitäten von Gesundheitsminister*innen jeglicher Couleur verfolgt, die Diskussionen um die Förderung des ambulanten Operierens beobachtet und in ungezählten Artikel in „meinem“ Magazin zusammengefasst hatte, war das ein deutlicher Schnitt. Doch glücklicherweise taten sich nach dem Ende dieser Ära gleich etliche neue Aufgaben für mich auf, sodass ich kaum Zeit hatte, dem Magazin hinterherzutrauern.
Hierzu zählten zum einen unzählige Blogbeiträge für den MEDIVERBUND, in denen ich Vorstandsmitglieder samt Werdegang, Aufgaben und politischen Zielen porträtierte, über politische Stellungnahmen und Konzepte des Verbands berichtete und in Praxisbeispielen vorstellte, wie der Generationswechsel in Arztpraxen auch im ländlichen Raum gelingen kann.
Ansonsten beschäftigte ich mich intensiv mit Themen aus der Diabetologie und Adipositastherapie, etwa dem Stellenwert der GLP1-Rezeptoragonisten, die als „Abnehmspritze“ auch außerhalb von Fachkreisen für Schlagzeilen sorgten. Ich sprach mit einem der „Väter“ der Substanzklasse über seine Forschung, die er als „eine sehr beglückende Erfahrung“ bezeichnete, und tauchte in die Anfänge der Inkretinforschung ein. Bei meiner Recherche für einen Beitrag über mögliche OP-Risiken im Zusammenhang mit der Einnahme von GLP1-Rezeptoragonisten profitierte ich von meiner langen Erfahrung mit chirurgischen Themen. Und auch etliche Sonderproduktionen im Auftrag der Industrie gingen 2024 häufig auf das Konto dieses neuen Diabetesmedikaments.
Insofern blicke ich zufrieden auf 2024 zurück und freue mich auf das kommende Jahr mit neuen Themen und Projekten.
